Starke Jugend – Starke Zukunft
18/19 Juni 2007
  • 3.525 Kongressteilnehmende und Besucher*innen davon 40 aus 14 Staaten
  • 85 Referierende
  • 1. Annual International Forum (AIF)
  • Dialogforum im World Café Format
  • 94 Vortragsbeiträge
  • 163 Ausstellungsbeiträge (Infostände, Infomobile, Sonderausstellungen, Poster)
  • Bühnenveranstaltungen
  • Kinder-, Jugend- und Elternuniversität
  • Filmforum
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In Wiesbaden tagte am 18. & 19. Juni 2007 der 12. Jahreskongress. Veranstaltungsort waren die Rhein-Main-Hallen. Unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch war der Kongress dem Schwerpunktthema „Starke Jugend – starke Zukunft“ gewidmet. Dazu passend ergänzte eine DPT-Universität für Schülerinnen und Schüler sowie auch Eltern das Programm.

Aufnahmedatum Videobeitrag: Juli 2021

25 Jahre Deutscher Präventionstag
Ein Beitrag von Christian Lüders und Bernd Holthusen

Christian Lüders, bis Ende 2020 Leiter der Abteilung Jugend und Jugendhilfe am Deutschen Jugendinstitut in München

Bernd Holthusen, Politikwissenschaftler und Jugendhilfeforscher; Fachgruppenleiter beim Deutschen Jugendinstitut (DJI)

In Erinnerung an Wiebke Steffen

Kriminalitätsprävention im Jugendalter:
Eine Bilanz im Horizont des 12. Deutschen Präventionstags

In der mittlerweile beachtlichen Geschichte der Deutschen Präventionstage (DPT) stellt der 12. Präventionstag 2007 mit seinem Schwerpunktthema „Starke Jugend – Starke Zukunft“ bis heute einen bemerkenswerten Sonderfall dar: Obwohl in der langen Historie der Präventionstage die Altersgruppe junger Menschen immer und in vielfältiger Weise[1] thematisiert wurde, ist der 12. DPT der einzige, der Jugendliche auch im Titel in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt hat.

Ein nur kursorischer Blick auf die jährlichen inhaltlichen Schwerpunkte der Präventionstage belegt dies.[2] Diese haben sich im vergangenen Vierteljahrhundert durch eine breite Themenvielfalt ausgezeichnet, die immer wieder neue Themen auf die „Agenda der Prävention“ gesetzt hat: Von der kommunalen und gesamtgesellschaftlichen Kriminalitätsprävention, über Gewalt, Migration und Vielfalt, zivilgesellschaftliches Engagement, Bildung und Wissenschaft, zur Evaluation und Ethik von Prävention, zu sozialen Medien und zur Digitalisierung bis hin zur Extremismusprävention und Demokratieförderung. Interessanterweise wurde im ersten Jahrzehnt bei den Kongressthemen regelmäßig der Begriff Kriminal(itäts)prävention (bzw. Gewaltprävention) in den Titeln genutzt, anschließend wurde in den Schwerpunktthemen allgemein von Prävention gesprochen, ohne explizit Bezug auf Kriminalität zu nehmen. Man kann darin eine thematische Erweiterung, unter kritischer Perspektive auch eine Entgrenzung erkennen. Darüber hinaus zeichnete der DPT sich immer auch dadurch aus, Erfahrungen aus anderen Ländern in die deutsche Fachdebatte einzubringen. Über die Jahre wurde die internationale Ausrichtung fortgesetzt institutionalisiert.

Auch wenn Jugend nur ein einziges Mal als explizites Schwerpunktthema des Präventionstags benannt worden ist, so war Delinquenz im Kindes- und Jugendalter in ihren verschiedenen Varianten und den darauf bezogenen Präventionsstrategien kontinuierlich auf allen DPT Gegenstand der Befassung. Bereits auf dem ersten Präventionstag fand ein auf Jugend und Gewalt ausgerichteter Arbeitskreis statt, in den nächsten Jahren gefolgt von Workshops und Foren zu Jugendlichen. Darüber hinaus rückten zunehmend auf Kinder und Jugend bezogene Praxisfelder und Institutionen wie die Kinder- und Jugendhilfe, die Schule und die Jugendstrafjustiz – mit eigenen Veranstaltungsformaten – in den Blick der Debatten. Teils wurde das Kindes- und Jugendalter im Rahmen der jeweiligen Schwerpunktthemen, aber auch im allgemeinen Programm thematisiert. Im Ergebnis lassen sich allein im DPT-Map – dem Suchportal des DPT für Präventionsthemen – unter dem Stichwort Jugend quantitativ beeindruckende 300 Maßnahmen und Projekte, 505 Fachorganisationen, 306 Personen und 1.201 aktuelle Nachrichten finden.[3]

Die jugendtheoretische Perspektive des 12. Deutschen Präventionstags

Trotz der oben ausgeführten Dauerpräsenz des Jugendalters auf den Präventionstagen nimmt aus jugendtheoretischer Perspektive der 12. DPT eine Ausnahmerolle ein: Zum ersten und bis heute einzigen Mal[4] wurde nicht nur der Blick bewusst auf eine Altersgruppe gelenkt, sondern auch der Versuch unternommen, die Daten zur Delinquenzbelastung der 14- bis 21-Jährigen jugend- und sozialisationstheoretisch zu interpretieren, um von dort aus Folgerungen für die Präventionspraxis zu ziehen. Explizit nachvollziehbar wird dieses Anliegen sowohl anhand des Gutachtens zum 12. DPT am 18. und 19. Juni 2007 von Dr. Wiebke Steffen (2008)[5] als auch auf der abschließenden sogenannten Wiesbadener Erklärung (Deutscher Präventionstag und Veranstaltungspartner 2008), die auf diesem Gutachten basiert.[6]

Ausgehend von der Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und vorhandenen Befunden zur Jugenddelinquenz unternimmt das Gutachten den Versuch, einerseits das Thema Jugenddelinquenz und Gewalt im Jugendalter ernst zu nehmen, ohne aber andererseits vorschnell einer Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben das Wort zu reden. Das ist schon deshalb erwähnenswert, weil damals eine intensive Debatte um eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes die Öffentlichkeit beschäftigte, die – dies sei am Rande erwähnt – nicht zuletzt von dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten und Schirmherrn des 12. DPT (sic!) Roland Koch immer wieder befeuert wurde (vgl. z. B. FAZ vom 28.12.2007)[7].

Auch heute noch liest sich das Gutachten wie eine ausdrückliche Gegenposition zu derartigen Forderungen – und erweist sich damit als ein ausgesprochen jugend- und kriminalpolitisches Gutachten. Schon mit den ersten Sätzen wird mit leichter Ironie Distanz hergestellt: „Klagen über die Jugend gehören offensichtlich zur Menschheitsgeschichte. Seit den ersten schriftlichen Überlieferungen finden sich dafür zahlreiche Belege. Es scheint zur – eher unguten – pädagogischen Tradition zu gehören, die jeweils nachwachsende Generation für normloser und gewalttätiger zu halten als die vorangegangene – und jetzt urteilende! – Generation“ (Steffen 2008, S. 233).[8]

Noch eindeutiger wird diese Gegenposition in dem folgenden Abschnitt: „Dieser traditionell sorgenvolle bis verzweifelte, ja ängstliche Blick der Erwachsenen auf die junge Generation lässt sich für die Wahrnehmung in Deutschland auf die Formel bringen: ‚Immer mehr, immer jünger, immer schlimmer‘. Jugendkriminalität und insbesondere Jugendgewalt nähmen dramatisch zu, die Täterinnen und Täter würden immer jünger, Kinder und Jugendliche immer gewalttätiger und brutaler – und: ‚nothing works‘, man könne nichts dagegen tun, könne dieser Kriminalität nicht vorbeugen, könne sie allenfalls mit polizeilichen und strafrechtlichen Mitteln repressiv eindämmen“ (a. a. O.).

Was folgt, ist eine systematische Kritik dieser Wahrnehmung – auch im Horizont der These von dem „politisch-publizistischen Verstärkerkreislauf“ (vgl. Scheerer 1978) – auf der Basis der verfügbaren Daten einerseits und jugendtheoretischer Überlegungen andererseits. Diagnostiziert wird dabei zunächst auf der Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und Dunkelfeldbefunden zur Jugendkriminalität in Deutschland über verschiedene Deliktbereiche und Adressat*innengruppen hinweg eine „gehäuftes strafrechtlich relevantes Verhalten junger Menschen“ (Steffen 2008, S. 234). Das Ergebnis ist eindeutig: „Die empirischen Befunde widersprechen der Wahrnehmung einer immer häufigeren, immer jüngeren und immer schlimmeren Jugendkriminalität, sie stützen sie zumindest nicht: Insgesamt geht die Registrierungshäufigkeit von Jugendkriminalität eher zurück, deutlich im Bereich der Eigentums- und Raubdelikte. Die kriminalstatistischen Zunahmen im Bereich der Gewalthandlungen zeigen sich nicht im Dunkelfeld und haben ihre Ursache offensichtlich auch in einer Steigerung der Anzeigebereitschaft bei Delikten von geringerem Schwergrad. Eine zunehmende Brutalisierung der Jugendlichen ist im Hellfeld ebenso wenig zu erkennen wie im Dunkelfeld – und auch nicht die Wahrnehmung, die Täter und Täterinnen würden immer jünger“ (Steffen 2008, S. 239f).

Die differenzierte Auseinandersetzung mit den Daten belegt darüber hinaus erneut – Wiebke Steffen verweist u. a. auf das Gutachten zum 8. Deutschen Präventionstag 2003 (vgl. Bannenberg 2003) – eine höhere Belastung im Bereich der Gewaltdelikte vor allem bei männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Eingebettet wird dies – u. a. mit Bezug auf den zweiten Periodischen Sicherheitsbericht (Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz 2006, 427f.) in eine sozialisationstheoretische Perspektive, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat: „Auf die entscheidende Ursache für diese höhere Belastung, die Kumulation von Risikofaktoren bei männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund – wie familiäre Faktoren, insbesondere Gewalterfahrungen, soziale Benachteiligungen und Belastungen, Schwierigkeiten der Integration, Orientierung an gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen und einer Kultur der Ehre – und ihre Konsequenzen gerade für die Gewaltbilligung und Gewaltbereitschaft der ‚zweiten und dritten Generation‘, hat zumindest ein Teil der kriminologischen Forschung seit Jahrzehnten aufmerksam gemacht und entsprechende Interventions- und Integrationsmaßnahmen eingefordert“ (Steffen 2008, S. 249).

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Fachdiskussion leistet das Gutachten – das sei hier noch am Rande betont –, indem es ausführlich nicht nur die Seite der Täter*innen in den Blick nimmt, sondern einen eigenen Abschnitt zum Thema „Jugendliche als Opfer von Kriminalität“ widmet (vgl. Steffen 2008, S. 240-242) und dabei auch auf das Phänomen des Täter-Opfer-Statuswechsel aufmerksam macht (Steffen 2008, S. 241) – ein bis heute wichtiger, aber immer wieder gerne übersehener Aspekt und zentraler Ausgangspunkt für pädagogische und präventive Angebote an junge Menschen.

Jugend-, kriminal- und präventionspolitisch aber noch wichtiger als die Interpretation der aktuellen Datenlagen ist eine weitere, eigentlich auch schon länger bekannte Beobachtung: „Kennzeichnend für diese ‚altersspezifische‘ Jugendkriminalität sind ihre weite Verbreitung („Ubiquität“), ihre Episodenhaftigkeit – für die ganz überwiegende Zahl der Jugendlichen ist das normabweichende Verhalten eine vorübergehende Auffälligkeit im Verlauf ihres Entwicklungs- und Reifungsprozesses -, ihre Nicht-Registrierung – nur ein geringer Teil der Jugenddelinquenz wird den Instanzen der formellen Sozialkontrolle bekannt – und die Spontanbewährung – die weitaus meisten Jugendlichen hören von selbst wieder damit auf, strafbare Handlungen zu begehen. Die jugendtypische Delinquenz hat viel mit temporären Entwicklungsproblemen und Einflüssen der Peer-Gruppe zu tun, aber relativ selten mit gravierenden Störungen oder Erziehungsdefiziten“ (Steffen 2008, S. 265; vgl. hierzu auch Deutscher Präventionstag und Veranstaltungspartner 2008, S. 320f.). Die Autorin schließt daraus: „Der überwiegende Teil der in den letzten Jahren entwickelten Strategien der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalters lässt sich als pädagogische Strategien kennzeichnen. Diese Ausrichtung wird der Tatsache gerecht, dass die Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter es mit Aufwachsenden zu tun hat. Gewalt im Jugendalter kann vorrangig durch Erziehung, Lernen und Kompetenzerwerb bewältigt werden. In diesem Sinne sollte gewalttätiges Handeln in der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als Lernchance verstanden werden“ (Steffen 2008, S. 267; vgl. auch Lüders/Holthusen 2008).

Delinquenz im Kindes- und Jugendalter wird hier also in einem jugendsoziologischen Sinne als Moment des Aufwachsens in einer spätmodernen, d. h. hochgradig individualisierten, pluralisierten und komplexen Gesellschaft ohne klare Referenzen begriffen. Der sicherheitspolitische Blick wird in ein Verhältnis zu den Bedingungen des Aufwachsens und den damit verbundenen gesellschaftlichen Kernherausforderungen wie etwa Qualifizierung, Verselbstständigung und Positionierung (vgl. hier Deutscher Bundestag 2017, S. 65ff.) gesetzt. Und die Antwort darauf ist erst mal Pädagogik und nicht Strafe. Die klare und weitsichtige Positionierung des 12. DPT ist auch aus heutiger Perspektive hochaktuell und für den öffentlichen, aber auch für den Fachdiskurs immer wieder hervorzuheben.

Eine Folge dieser Perspektive ist, dass der Präventionsbegriff und seine Implikationen vor allem mit Blick auf junge Menschen in den Blick geraten. Unter der Überschrift „Prävention der altersspezifischen Jugendkriminalität“ wird in dem Gutachten argumentiert, dass die „‚normale‘, alterstypische (Gewalt-)Kriminalität von Kindern und Jugendlichen […] als Lernchance verstanden und mit „Augenmaß“ betrachtet und beurteilt werden [sollte]. So wichtig es ist, Normverstöße und insbesondere Rohheit und Vandalismus nicht hinzunehmen, jungen Menschen die Grenzen des Erlaubten deutlich zu machen, so wichtig ist es auch, mehr Verständnis für delinquente und gewalthaltige Handlungen zu wecken, wie sie im Alltag von jungen Menschen andauernd vorkommen und ihre Funktionen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu sehen. Normverstöße, Lernen durch das Ausreizen von Grenzen und aus Fehlern, gehören zum Heranwachsen und sollten zwar der Anlass für eindeutig missbilligende Reaktionen sein – wenn auch keineswegs notwendigerweise mit Mitteln des Strafrechts –, aber nicht der Anlass zu Sorge oder gar Dramatisierung. Die nicht zuletzt durch die Etablierung der Kriminalprävention bewirkte Vor-Verlagerung der Aufmerksamkeit für ‚kriminelle‘ und insbesondere ‚gewalthaltige‘ Verhaltensweisen junger Menschen sollte nicht (weiter) dazu führen, dass immer mehr und immer häufiger jugendtypische Verhaltensweisen kriminalisiert werden. Deshalb sollten auch Programme und Maßnahmen der sozialen Prävention, die sich an alle [Herv.  i. O.] Kinder und Jugendlichen richten – etwa mit den Zielen von Erziehung, Lernen und Kompetenzerwerb –, nicht unter der Bezeichnung Kriminal- oder Gewaltprävention durchgeführt werden“ (Steffen 2008, S. 261).

Diese Passage ist in mehrfacher Hinsicht zentral. Als erstes wird unterschieden zwischen Formen der Delinquenz, denen auch mit den Mitteln des Jugendstrafrechts deutlich begegnet werden muss, und Normverstößen, die zum Aufwachsen dazugehören und die insofern für das Aufwachsen funktional sind, weil das eigene Ausloten und Erfahren von Grenzen gerade in spätmodernen Gesellschaften eine Form der Positionierung in der Welt darstellt. Daraus ergibt sich zweitens, dass auch die Präventionsstrategien differenziert werden müssen. Weder erscheint es angemessen, alle jungen Menschen unter den Verdacht zu stellen, irgendwann Straf- bzw. Gewalttäter*in zu werden, um ihnen dann entsprechend mit Präventionsangeboten zu begegnen. Was hier anklingt, ist angesichts des vorübergehenden Charakters von Delinquenz bei den allermeisten Jugendlichen nicht nur eine generelle Skepsis gegen general- bzw. primärpräventive Strategien im Kindes- und Jugendalter im Bereich Kriminalität, sondern auch die Warnung davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es gilt also zu differenzieren zwischen sich abzeichnenden, möglicherweise dauerhaft problematischen Handlungsweisen einerseits und alterstypischen Grenzauslotungen andererseits.

Drittens schließlich formuliert die Passage eine deutliche Kritik an der Idee der permanenten Vorverlagung präventiver Angebote, die im Bereich Delinquenz und Gewalt vor allem Kinder und Jugendliche tangieren. Denn angetrieben durch scheinbare Alltagsevidenz, dass man nur früh genug ansetzen muss, um Probleme zu vermeiden, wurde und wird in der Präventionspraxis immer wieder für frühe Interventionen, am besten primärpräventiv, argumentiert (vgl. u. a. Holthusen/Hoops S.13). Die dabei im Hintergrund stehende Verdachtslogik, die mehr oder weniger latenten Stigmatisierungen der Zielgruppen als potentielle Gewalttäter*innen und kriminelle Jugendliche wird gerne übersehen bzw. als vernachlässigenswert auf die Seite gelegt.

Plädoyer für ein eingehegtes Präventionsverständnis auf dem 12. Deutschen Präventionstag

Demgegenüber plädiert das Gutachten für ein eingehegtes Präventionsverständnis. Es fokussiert Prävention auf jene Bereiche, für die man mit guten Gründen von sich abzeichnenden problematischen Entwicklungen sprechen kann – also in der klassischen Dreiteilung vor allem sekundäre, ggf. tertiäre Prävention. Prävention wird dabei in ihrer eigenen Handlungslogik im Sinne einer Verhinderungslogik ernst genommen und gegenüber anderen Handlungslogiken wie etwa Empowerment oder z. B. Bildung abgegrenzt (vgl. hierzu z.B. Holthusen u. a. 2011; Holthusen 2020).

Historisch betrachtet war diese eine durchaus unbequeme Perspektive, die sich gleichzeitig gegen drei andere Positionen wendete. Sie wendete sich zum einen gegen jene Protagonist*innen, die allein in der Verschärfung des Strafgesetzes eine wirksame Antwort auf die Daten der PKS sahen, indem sie die Möglichkeiten von Prävention betonte und jugendsoziologisch den Entwicklungsaspekt und die pädagogischen Möglichkeiten hervorhob. Sie war skeptisch gegenüber einem entgrenzten Präventionsoptimismus und argumentierte stattdessen – wie angedeutet – für ein eingehegtes Verständnis von Prävention. Und schließlich sah sich dies mit der Kritik konfrontiert, die die immanenten Probleme des Präventionsbegriffes (vor allem: Logik des Verdachts) nutzt, um diesen generell abzulehnen, die aber nicht für Strafe plädiert, sondern für Bildung als Alternative (vgl. z.B. Lindner 1999; Lindner/Freud 2001).

Das Gutachten und die Erklärung waren sicherlich nicht die ersten Texte, die die zuvor skizzierten Positionen formulierten. Vieles war bereits einerseits in der kriminologischen Forschung (vgl. dazu u. a. Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz 2001; Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz 2006) und andererseits in den Diskursen zu den Präventionsstrategien im Jugendalter seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre angelegt. Als Grundlagenpapiere des 12. DPT indizierten sie jedoch einen zumindest in weiten Teilen der Fachszene verbreiteten Konsens und erwiesen sich damit als wichtige fachpolitische Bezugspunkte, die bis heute – allerdings mit erkennbaren Unterschieden – ihre Gültigkeit haben. So lässt sich im Fall der Debatten um eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes zunächst festhalten, dass sie deutlich abgenommen haben – sicherlich auch unterstützt durch seit Jahren „aushaltbare“ Belastungsquoten (vgl. Arbeitsstelle 2021). Der Konsens reicht derzeit weit in die demokratischen Parteien – was nicht heißt, dass dieser Konsens bei deutlich steigenden Zahlen sich nicht wieder verflüchtigen könnte.[9]

Als etwas komplizierter erweist sich die Sachlage in Bezug auf das Präventionsverständnis. Hier zeigt sich eine gemischte Diskurslage. Auf der einen Seite stehen jene, die nach wie vor an dem zurückhaltenden und pädagogischen Verständnis von Prävention festhalten (vgl. z. B. DJI 2011; zum pädagogischen Verständnis von Prävention im Kindes- und Jugendalter vgl. Steffen 2012). Auf der anderen Seite trifft man selbst im engeren Fachdiskurs immer auf Standpunkte, die den Präventionsbegriff sehr weit fassen. Als ein prominentes Beispiel ist hier die Position des Deutschen Forums Kriminalprävention zu nennen, die sich deutlich von dem von Steffen (2012) formulierten Präventionsverständnis abgrenzt (Kahl 2012).

Die damit einhergehenden Kontroversen zum Präventionsverständnis gehen weit über den Bereich Kriminalität und Delinquenz hinaus. So sah sich z. B. die Kommission für den 16. Kinder- und Jugendbericht, der sich mit der Förderung demokratischer junger Menschen befasste (Deutscher Bundestag 2020), auch im Horizont der einschlägigen Programmbereiche zur Extremismusprävention der Bundes- und Länderprogramme (vgl. als erste Übersicht: Deutscher Bundestag 2020, S. 514ff.; vgl. auch BMFSFJ 2021) veranlasst, an die Unterschiede zwischen politischer Bildung und Extremismusprävention zu erinnern: „Die Logiken, nach denen sie aktiv werden, unterscheiden sich deutlich: Während Prävention per Definition einer Verhinderungslogik folgt, wird Demokratiebildung von einer Ermöglichungs- bzw. Gestaltungslogik bestimmt: Geht es ersterer aus der Defensive eines Bedrohungsszenarios heraus primär reaktiv um Vorbeugung und Vermeidung von Problemen, Gefährdungen und Gefahren, die als bedrohlich wahrgenommen und eingestuft werden, strebt letztere eher proaktiv und offensiv gewendet die Befähigung zum aktiven Erhalt und zur Fortentwicklung von demokratischen Verhältnissen an. Das Interesse konzentriert sich hier nicht problem- und defizitzentriert auf Distanzerhalt zu oder Dekonstruktion von antidemokratischen Haltungen, sondern darauf, Konstruktionsarbeit an Demokratie zu initiieren und zu fördern. Im Vordergrund stehen hier nicht Fragen öffentlicher Sicherheit, sondern Bedürfnisse und Interessen nach individueller und kollektiver Lebensgestaltung im Rahmen der Herstellung, Durchsetzung und Infragestellung allgemein verbindlicher und öffentlich relevanter Regelungen“ (Deutscher Bundestag 2020, S. 128).

Weitere Entwicklungslinien nach dem 12. DPT im Feld der Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter

Als Abschluss dieses Rückblicks liegt es knapp eineinhalb Jahrzehnte nach dem 12. Deutschen Präventionstag nahe, – zumindest kursorisch – zu bilanzieren, wie sich in den Folgejahren bis heute der oben skizzierte spezifische Zugang einerseits behauptet und andererseits aber auch verändert hat.

Thematisch ist in den letzten Jahren vor allem eine Erweiterung des Präventionsfeldes auf den politischen Extremismus und politisch motivierte Gewalt erfolgt (mit entsprechenden Schwerpunkten auf dem 23. und 24. DPT). Demgegenüber traten die Themen nicht-politisch bzw. nicht-weltanschaulich motivierte Jugendkriminalität und -gewalt geradezu in den Hintergrund. Zugleich muss konstatiert werden, dass in den Folgejahren kein weiterer eigenständiger altersgruppenbezogener thematischer Fokus für die DPT gesetzt wurde; die Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen wurde allerdings als besonders gefährdete Gruppe in spezifischen Bereichen z. B. Digitalisierung/soziale Medien thematisiert. Hinzugekommen ist der Themenbereich des Kinderschutzes: Dieser hat beständig an Bedeutung gewonnen und sich zunehmend ausdifferenziert. Fortgesetzt wurden auch die Themen Migration/Flucht/Einwanderungsgesellschaft und immer differenzierter bearbeitet.

Die auf dem 12. DPT eingeschlagene thematische Einhegung des Präventionsbegriffs konnte sich in den Folgejahren in den anderen Themenfeldern des DPT nicht durchsetzen. Stattdessen lassen sich weite und nicht selten wenig bis gar nicht reflektierte Präventionsverständnisse in den verschiedenen Fachpraxen beobachten. Für die fachliche Weiterentwicklung der Handlungsfelder wäre aber aus unserer Sicht eine kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Präventionsverständnissen erforderlich, wie sie in dem Gutachten für den 12. DPT entwickelt wurde. Als ein positives Beispiel dafür wären z. B. die aktuellen Debatten um das Verhältnis von Verhinderungs- vs. Ermöglichungslogik, wie sie zuletzt im Rahmen des 16. Kinder- und Jugendberichts geführt worden sind, und auch die Diskussionen um Resilienz, Befähigung etc. zu nennen.

Der durch das Gutachten von Wiebke Steffen herausgearbeitete jugendtheoretische Blick auf Delinquenz im Kindes- und Jugendalter und die Bedeutung der pädagogischen Ausrichtung der auf Kinder und Jugendliche bezogenen Präventionsstrategien konnte sich im Großen und Ganzen[10] in den Fachdiskursen (leider nicht immer in den medialen Diskursen) weiter etablieren. Diesen Weg gilt es auch in der Zukunft fortzusetzen.

Insgesamt hat der Präventionstag 2007 einen wichtigen Bezugspunkt für die fachliche Weiterentwicklung der Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter geliefert. Sein Potential ist bis heute nicht ausgeschöpft.

 

Literatur[11]

Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention (2021): Zahlen-Daten-Fakten: Jugendgewalt. Aktualisierung Mai 2021 München: DJI. Verfügbar über: https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/jugendkriminalitaet/Broschuere_ZDF_2020-05_final.pdf

Bannenberg. Britta (2003): Migration – Kriminalität – Prävention. Gutachten zum 8. Deutschen Präventionstag. In: Kerner, Hans-Jürgen; Marks, Erich. (Hrsg.): Internetdokumentation Deutscher Präventionstag. Hannover. Verfügbar über: URL: https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=158&datei=...

Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz (Hrsg.) (2001): Erster Periodischer Sicherheitsbericht. Berlin, Juli 2001. Verfügbar über: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PeriodischerSicherheitsberich...

Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz (Hrsg.) (2006): Zweiter Periodischer Sicherheitsbericht. Berlin, November 2006. Verfügbar über: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PeriodischerSicherheitsbericht/per...

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2021): Zweiter Bericht der Bundesregierung über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention. Berlin, Juli 2021. Verfügbar über: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/zweiter-bericht-der-bundesregierung-...

Deutscher Bundestag (2017): 15. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. BT-Drucksache 18/11050. Berlin 01.02.2017. Verfügbar über: http://pdok.bundestag.de/

Deutscher Bundestag (2020): 16. Kinder- und Jugendbericht. Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter. BT-Drucksache 19/24200. Berlin 11.11.2020. Verfügbar über: http://pdok.bundestag.de/

Deutscher Präventionstag und Veranstaltungspartner (2008): Wiesbadener Erklärung des 12. Deutschen Präventionstages: Starke Jugend – Starke Zukunft. In: Marks, Erich/Wiebke, Steffen (Hrsg.): Starke Jugend – Starke Zukunft. Ausgewählte Beiträge des 12. Deutschen Präventionstages. Mönchengladbach, Forum Verlag Godesberg, S. 317-322. Verfügbar über: https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=1103&datei=15_F222-1103.pdf

Deutsches Jugendinstitut (2011): Mythos Prävention. Chancen und Grenzen von Prävention. DJI-impulse – das Bulletin des Deutschen Jugendinstituts, Heft 2 Verfügbar über: https://www.dji.de/veroeffentlichungen/forschungsmagazin-dji-impulse/dji-impulse-2011.html

Holthusen, Bernd (2020): Prävention – ein verlockendes Konzept mit Nebenwirkungen. Kritische Anmerkungen. In: Kaplan, Anne/Ross, Stefanie (Hrsg.): Delinquenz bei jungen Menschen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Festschrift zur Emeritierung von Prof. Dr. Philipp Walkenhorst. Wiesbaden: Springer VS, S. 355-368.

Holthusen, Bernd/Hoops, Sabrina (2011): Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention. Zwischen Mogelpackung und Erfolgsmodell. In: DJI-Impulse - das Bulletin aus dem Deutschen Jugendinstitut. Heft 2, S. 12-14. Verfügbar über: https://www.dji.de/veroeffentlichungen/forschungsmagazin-dji-imp...

Holthusen, Bernd/Hoops, Sabrina/Lüders, Christian/Ziegleder, Diana (2011): Über die Notwendigkeit einer fachgerechten und reflektierten Prävention. Kritische Anmerkungen zum Diskurs. In: Deutsches Jugendinstitut (2011): Mythos Prävention. Chancen und Grenzen von Prävention. Heft 2 DJI-impulse – das Bulletin des Deutschen Jugendinstituts. München, S. 22-25. Verfügbar über: https://www.dji.de/veroeffentlichungen/forschungsmagazin-dji-impulse/dji-impulse-2011.html

Kahl, Wolfgang (2012): „Eine gute Sozialpolitik ist die beste Kriminalpolitik“. In: Forum Kriminalprävention, Heft 2, S. 26-27

Lindner, Werner (1999): „Zero Tolerance“ und Präventionsinflation – Jugendliche und Jugendarbeit im Kontext der gegenwärtigen Sicherheitsdebatte. In: deutsche jugend, 47. Jg. , S. 153-162.

Linder, Werner/Freund, Thomas (2001): Der Prävention vorbeugen? Zur Reflexion und kritischen Bewertung von Präventionsaktivitäten in der Sozialpädagogik. In: Freund, Thomas/Lindner, Werner (Hrsg.): Prävention – Zur kritischen Bewertung von Präventionsansätzen in der Jugendarbeit. Opladen, Leske und Budrich 2001, S. 69-96.

Lüders, Christian/Holthusen, Bernd (2008): Gewalt als Lernchance – Jugendliche und Gewaltprävention. In: Marks, Erich/Wiebke, Steffen (Hrsg.): Starke Jugend – Starke Zukunft. Ausgewählte Beiträge des 12. Deutschen Präventionstages. Mönchengladbach, Forum Verlag Godesberg, S. 153-172. Verfügbar über: https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=1103&datei=15_F222-1103.pdf

Marks, Erich (2008): „Starke Jugend – Starke Zukunft“ – Zur Eröffnung des 12. Deutschen Präventionstages am 18. Juni 2007 in Wiesbaden, S. 1-7. Verfügbar über: https://www.praeventionstag.de/nano.cms/vortraege/id/221

Scheerer, Sebastian (1978): Der politisch-publizistische Verstärkerkreislauf. Zur Beeinflussung der Massenmedien im Prozess strafrechtlicher Normgenese. In: Kriminologisches Journal, 10. Jg., Heft 3, S. 223-227.

Steffen, Wiebke (2008): Gutachten zum 12. Deutschen Präventionstag am 18. und 19. Juni 2007 in Wiesbaden. In: Marks, Erich/Wiebke, Steffen (Hrsg.): Starke Jugend – Starke Zukunft. Ausgewählte Beiträge des 12. Deutschen Präventionstages. Mönchengladbach, Forum Verlag Godesberg, S. 233-272. Verfügbar über: https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=1103&datei=15_F222-1103.pdf

Steffen, Wiebke (2012): „Bildung – Prävention – Zukunft“. Lern- und Lebensräume von Kindern und Jugendlichen als Orte von Bildung und Gewaltprävention. In: Marks, Erich/Wiebke, Steffen (Hrsg.): Bildung – Prävention – Zukunft. Ausgewählte Beiträge des 15. Deutschen Präventionstages. Mönchengladbach, Forum Verlag Godesberg, S. 39-104. Verfügbar über: https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=468

 

[1] Besonders zu erwähnen ist die DPT-Universität, die z.B. auf dem 12. DPT spezifische Vorträge für Kinder, Jugendliche und Eltern angeboten hat. Gezielt wurden Kinder und Jugendliche, teils ganze Schulklassen zu Vorträgen und zur Ausstellung eingeladen.

[2] Selbstverständlich kann hier mehr als ein Vierteljahrhundert Präventionstage in ihrer vielfältigen Gesamtheit und ihrer dynamischen Entwicklung unter der Perspektive von Jugend zu würdigen, allenfalls ansatzweise eingelöst werden und ist mit allerlei Risiken verbunden. Nicht nur die über die Jahre beständig wachsende Zahl der Teilnehmenden, der Vorträge und Workshops, der Kooperationspartner, der Informationsstände und der Ausbau des Rahmenprogramms macht die Sache unübersichtlich; auch die Form und die Ausgestaltung des Präventionstags wurde – nahezu im jährlichen Rhythmus – kontinuierlich weiterentwickelt. Fortwährend hat der Präventionstag neue Formate erprobt und sich gleichsam jedes Jahr immer wieder an einem anderen Ort neu erfunden.

[3] Stand 25.07.2021 unter https://www.praeventionstag.de/nano.cms/dpt-map. Insgesamt finden sich auf DPT-Map nach Angabe des Präventionstags am selben Tag 16.332 Datensätze auf 4.481 unterschiedlichen Webseiten. Damit gibt es zwar zahlreiche Einträge zum Thema Jugend, diese machen allerdings in Anbetracht der Gesamtzahlen nur einen kleineren Anteil aus. Am gleichen Ort finden sich zum Stichwort „Jugendhilfe“ 144 Maßnahmen und Projekte, 87 Fachorganisationen, 49 Personen und 139 aktuelle Nachrichten.

[4] Nach aktuellen Planungen soll der nächste, 27. Deutsche Präventionstag im Jahr 2022 erneut als Schwerpunktthema das Kindes- und Jugendalter fokussieren. Ob zu diesem Anlass die jugendtheoretische Perspektive des 12. DPT wieder aufgegriffen wird, ist zum Zeitpunkt der Manuskripterstellung offen.

[5] Auf dem 12. DPT wurde ein wissenschaftliches Gutachten sowie die darauf aufbauende Abschlusserklärung als integrales Element des Präventionstags etabliert. Vgl. https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?id=1103&datei=15_F222-1103.pdf

[8] Ergänzend und wie zur Bestätigung zitiert in diesem Sinne Erich Marks in seiner Eröffnungsrede Sokrates und Shakespeare (Marks 2008).

[9] In diesem Zusammenhang wenig überraschend ist, dass sich im Wahlprogramm der AfD für die Bundestagswahl 2021 die Forderung nach der Absenkung Strafmündigkeitsalters auf 12 Jahre sowie die ausnahmslose Anwendung des Erwachsenstrafrechts für Heranwachsende (ebd. S. 78) findet. Auch die Unionsparteien fordern in ihrem Regierungsprogramm beschleunigte Jugendstrafverfahren und die regelmäßige Anwendung des Erwachsenenstrafrechts für Heranwachsende (ebd. S. 122).

[10] Eine Ausnahme bildet der Bereich der politischen Radikalisierung.

[11] Alle angegebenen Links wurden zuletzt am 31.07.2021 geprüft.