24.06.2021

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (217)

  • Es ist, als wären alle Deutschen auf der Flucht
    Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) meldet einen weltweit dramatischen Anstieg von Menschen auf der Flucht. Laut dem am 18.06.2021 veröffentlichten statistischem UNHCR-Jahresbericht „Global Trends“, sind 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht – mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung. Das ist nicht nur ein Anstieg von fast neun Millionen Menschen zum Vorjahr. Es ist zugleich die größte Zahl an gewaltsam Vertriebenen, die UNHCR in seiner 70-jährigen Geschichte je registriert hat. In Deutschland und Europa hingegen hat sich die Situation kaum geändert.

  • Kulturelle Vielfalt: Wie lässt sich Vorurteilen in Schulklassen vorbeugen?
    Bisherige Ansätze, kulturelle Vielfalt an Schulen zu thematisieren, können Vorurteile verstärken anstatt sie abzubauen. Das legt eine Studie unter Leitung von Forschenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Universität Potsdam nahe. In einer Befragung von mehr als 1.300 Schülerinnen und Schülern fand das Team auch heraus, dass ein nuancierter Umgang mit dem Thema diese negativen Effekte abfangen könnte: Kulturen sollten weniger schematisch und anhand von plakativen Beispielen, sondern als dynamisch, individuell und vielfältig besprochen werden.

  • „Gegeneinander. Die Polarisierung der Gesellschaft verschärft sich“
    Die neueste Ausgabe der Mitteilungen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) befasst sich in mehreren Beiträgen mit der zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft. Eine neue Sprachlosigkeit breitet sich aus. Immer schwerer wird es, über politische Unterschiede hinweg ins Gespräch zu kommen oder Menschen aus anderen sozialen Gruppen zu begegnen. Die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehenden Unsicherheiten haben die Spaltung noch vertieft.

  • Neue EU-Regeln zum Verbot für den Besitz von Feuerwaffen
    Nationale Behörden sollen künftig besser überprüfen können, wenn einer Person die Erlaubnis zum Besitz einer Feuerwaffe in einem anderen Mitgliedstaat verweigert wurde. Damit soll ein „Rechtsprechungsshopping“ innerhalb der EU verhindert werden. Entsprechende Vorschriften hat die Kommission im Mai 2021 beschlossen. In der EU werden jeden Monat schätzungsweise 30.000 Ablehnungen einer Erlaubnis zum Besitz einer Schusswaffe aus Sicherheitsgründen erteilt.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


Weitere News zum Thema „Aktuelles“